Silvesterfreizeit am Yerer 2015/16

Silvesterfreizeit für Kinder am Yerer – durchgeführt von Jugendlichen aus Hannover und Kotobe 28.12. 2015 – 11.01.2016

Nun ist es soweit: Vierzehn Menschen treffen sich morgens um vier Uhr am Flughafen Hannover, um sich auf eine Abenteuerreise zu begeben. Vor mehr als vier Jahren haben mein äthiopischer Freund und Kollege, Pastor Soboka darüber gesprochen,den Yerer Mountain zu einem einen Ort für Internationale Jugendbegegnungen werden zu lassen.

„Wenn wir alt sind, dann wird es eine Freude sein, den Kindern und Jugendlichen zuzuschauen…“,. Darin waren wir beiden alten Männer uns einig. Auch darin, dass es keinen besseren Ort dafür geben würde als den Yerer.

Yerer Mountain

Für meinen Freund Soboka hat der Yerer eine große Bedeutung. Anfang der neunziger Jahre ist der Bürgerkrieg in Äthiopien zu ende und das kommunistische Derg-Regime gestürzt. Die verfolgte Kirche kann aufatmen. Die Gemeinden der evangelischen Mekane Yesus Kirche kommen wieder zum Leben. Pastor Soboka gründet eine neue Gemeinde. Baut eine große Kirche aus Stein. Aus dem Nichts. Grösser als die von schwedischen Missionaren gebaute „Mutterkirche“ im Stadtteil Entoto .

Alles scheint gut. Da wird Soboka krank. Lebensgefährlich krank. Die Ärzte geben ihm noch ein halbes Jahr zum Leben, wenn er nicht so schnell wie möglich operiert wird. In Äthiopien ist dies damals nicht möglich. Nur im Ausland. Soboka beschließt, in seinen Heimatort Nejo in West-Wolega zurückzugehen, um dort zu sterben. Er informiert seine Gemeinde. Gemeinsam mit seiner Frau und den Kindern packen sie ihr Hab und Gut, um in den folgenden Tagen aufzubrechen.

Da kommt eine Frau mit einer ihrer Töchter zu ihm. Sie seien auf der Suche nach einem Pastor, der bereit ist, mit den Menschen am Yerer zu beten und ihnen die Bibel auszulegen. Der Yerer ist eine Bergregion eine Tagesreise (zu Fuß) von Addis Abeba entfernt. Im Osten gelegen. Dort kommen die beiden Frauen her. Ihr Vater ist gestorben. Kaiser Haile Selassie hatte ihm ein großes Stück Land überlassen. Als Dank für treue Dienste. In den letzten Lebensjahren ist er mit dem evangelischen Glauben in Berührung gekommen. Er wird Mitglied der Mekane Yesus Kirche und vermacht ihr ein Stück Land – wenn den Menschen am Yerer das Evangelium so nahe gebracht wird, wie er selbst es erlebt hat.

Soboka begreift die Anfrage der beiden Frauen als Fingerzeig Gottes und als Botschaft: Du wirst jetzt noch nicht sterben. Du hast noch eine Aufgabe und einen Weg vor dir! Statt in seinen Heimatort zurückzukehren geht Soboka in die entgegengesetzte Richtung nach Osten. Zum Yerer. Er bleibt dort bei den Dorfbewohnern einige Tage, dann kehr er zurück. Unterwegs bricht er zusammen. Man bringt ihn in seiner Gemeinde. Ein Hermannsburger Missionar, der Soboka kennen und schätzen gelernt hat, hört von der dramatische Situation. Er findet in Deutschland einen Sponsor, der bereit ist, den Flug nach Hannover zu bezahlen. Das Diakoniekrankenhaus in Rotenburg/Wümme erklärt sich bereit, die notwendige Operation für umsonst durchzuführen. Die Operation gelingt. Soboka überlebt. Da erreicht mich ein Telefonat aus der Hermannsburger Mission: ob ich bereit bin, einen äthiopischen Kollegen im Krankenhaus zu besuchen. Aus dieser Begegnung am Krankenbett wird eine tiefe Freundschaft, die uns seit nun fast zwanzig Jahren miteinander verbindet.

Für Soboka ist der Yerer Symbol und Hoffnungszeichen einer Prophezeiung. So jedenfalls deutet er die Aussage des aus Württemberg stammenden großen Theologen, Missionars, Linguisten, Ethnographen und Afrikaforschers

Johann Ludwig Krapf:

Krapf studiert in Tübingen Theologie. Vom Pietismus seiner Zeit erfüllt, nimmt er Kontakt auf mit der Basler Mission. Durch Kontakte mit der Hermnannsburger Mission reist er nach Äthiopien. Er lernt Geéz, die alte Kirchensprache der äthiopisch-orthodoxen Kirche. Er lernt, fließend Amharisch zu sprechen und diskutiert leidenschaftlich mit orthodoxen Theologen über den Römerbrief. Er versucht – vergeblich – ihnen die drei lutherischen Grundpositionen sola fide, sola scriptura, sola gratia zu vermitteln.

Schließlich bereist und erforscht er als erster Europäer das heutige Kenya und Tansania. Er sieht als einer der ersten die schneebedeckten Gipfel des Kilimanjaro und des Mount Kenya. Die Anglican Church of Kenya sieht in ihm ihren Gründer.

Er kehrt nach Äthiopien zurück und begleitet Kaiser Menelik II auf seinen Eroberungszügen gegen die Oromo. Er soll für die Lieferung von modernen Waffen aus Europa sorgen, aber statt dessen ist von der Vision erfüllt, dass das gerade eroberte Gebiet östlich von Addis Abeba eines Tages für Christus erobert sein würde. Genauer: dass die damals schon grösste Ethnie der Oromo einmal durch die von Europa ausgehende Missionsbewegung erreicht würde. Menelik II hat kein sonderliches Interesse daran und feuert Krapp, der sich nach Korntal bei Tübingen zurückzieht und dort seinen Lebensabend beschließt.

Mein alter Freund Soboka hat in den zurückliegenden zwanzig Jahren einen großen Teil seiner Lebensenergie eingesetzt, um in Erfüllung gehen zu lassen, was der Missionar aus Württemberg „prophezeit“ hatte.

Es gibt in dieser Gegend viele kegelförmig herausragende, meist vulkanische Berge. Für die formal christlich-orthodox, viel stärker aber natur-religiös geprägten Menschen dieser Gegend sind es heilige Berge. Hierher bringen sie ihre Opfergaben. Das missionarische Ziel von Soboka ist, auf jedem Fall ein „Gipfelkreuz“ zu errichten und die alten einheimischen Götter zu vertreiben. Für ihn ist das schiedlich-friedliche Nebeneinander von christlich-orthodox und indigen natur-religiös eine fatale, sich gegenseitig verstärkende Unterdrückung der Menschen, die ferngehalten werden von Bildungsmöglichkeiten und selbstbestimmtem Leben.

Es sind Angehörige der ethnischen Gruppe der Oromo. Wie Soboka selbst. Die Oromo sind die weitaus größte ethnische Gruppe im heutigen Äthiopien. Sie leben in der südlichen Hälfte Äthiopiens: im Südosten angrenzend an Somalia, das seit langem schon als failed state gesehen werden muss. Der Süd-Osten ist – wie Somalia – ganz überwiegend muslimisch. Im Süd-Westen grenzt das Gebiet der Oromo an einen der jüngsten Staaten Afrikas, den Südsudan. Der vor einhundertfünfzig Jahren von Menelik II eroberte, massiv unterdrückte und ausgebeutete Süden seines neuen Reiches wurde von ihm als „wilder Westen“ angesehen: heidnisch und unzivilisiert – und in seiner Unangepasstheit gefährlich. Da war es gut, wenn die Missionare aus Europa sie friedlich halten würden. Biblisch begründet würde dies heißen: „Fürchtet Gott, ehret den König“. So war es in Europa, und so sollte es in Afrika auch sein.

Als Kinder ihrer Zeit waren die europäischen Missionare vertraut mit der patriarchalen, männer-dominanten Kultur, von der sie selbst geprägt waren. Aber sie waren auch beseelt von Herzens-Frömmigkeit. Die ermöglichte ihnen, eine große innere Unabhängigkeit. Die einzige Autorität, der sie bereit waren, sich zu unterwerfen, war Jesus selbst. Und sie waren erfüllt von Menschenliebe, die ihnen ermöglichte, auch den Fremden herzlich zu begegnen und in ihnen (vor Christus) „gleichwertige“ Brüder zu sehen. (Der Blick auf die Schwestern war zu diesem Zeitpunkt noch „gehalten“).

Sieben erwachsene junge Frauen um die achtzehn Jahre und zwei erwachsene junge Männer im gleichen Alter wurden von Martina, Mitarbeiterin im Evangelischen Stadtjugenddienst für dieses Abenteuer ausgewählt. Martina habe ich kennen gelernt als sie noch Religionspädagogik in Hannover studierte. Jetzt ist sie vor allem dafür zuständig, interessierte Jugendliche als sogenannte Teamer auszubilden, die Jugendfreizeiten mit begleiten und leiten können. Also genau die richtigen Leute für das Yerer Youth Camp!

Mit dabei ist unser Youngster: Thies, mein „angeheirateter Enkel“, der schon seit langem davon spricht, einmal mit mir nach Afrika zu fahren. Jetzt ist es also so weit. Auch mit dabei: Rosi und Krischan, Freunde von uns Vor einigen Jahren waren ihre Kinder in Äthiopien unterwegs und haben dieses Land und seine Menschen lieben gelernt. Jetzt wollten sie es selbst erleben. Erst die zeit im Youth Camp, dann auf eigene Faust durchs Land.

Über Frankfurt und Jedah/ Saudi Arabien nach Addis Abeba. Nasch einem angenehmen Tagesausflug mit Blick über die Alpen, das Mittelmeer, die ägyptische Wüste und das Rote Meer landen wir abends in Addis. Wir haben etwa 400 Kilo zusätzliches Gepäck mit uns (Zelte, Schlafsäcke, Solarpanel, Werkzeug). Gott sei Dank werden wir nicht vom Zoll kontrolliert.

Für drei Nächte sind wir im Gästehaus der ehemaligen Schwedischen Mission untergebracht. Ein mir sehr vertrauter Ort wo ich schon viele Male übernachtet habe. Es ist herz-ergreifend, die Menschen wiederzusehen, die für mich inzwischen meiner „äthiopischen Familie“ gehören. Dazu gehört auch der Schuhputzer vor dem Eingang des mit einer Mauer umgebenen Missionsgeländes. Mit ihm kann ich gut über aktuelle Politik, äthiopische Geschichte, neueste Entwicklungen und über Kirche reden. Er ist weltoffen und klug. Als ich ihm sage: „Warum sind sie nicht Parlamentarier oder Außenminister? Warum so bescheiden hier als Schuhputzer?“ lacht er mich freundlich an. Sagt, dass er sich geehrt fühle, aber mit dem, was er tut ganz zufrieden sei. In diesen ersten Tagen in Addis und später am Ende unserer Reise haben alle in unserer Reisegruppen ihre Schuhe bei ihm putzen lassen und gute Gespräche mit ihm geführt.

Dann Einkaufen für acht Tage Jugend-Camp! Anders als bei ALDI! Wir brauchen allein 400 Liter Wasser! Wir müssen in verschiedene kleine Läden gehen, weil nicht alles was wir brauchen vorrätig ist. In zwei Taxen werden die Einkäufe in die Schwedische Mission gebracht. Früh am nächsten Morgen Aufbruch zum YERER!

Am Abend erzählt Soboka uns davon, was ihn mit der Schwedischen Mission und diesem Ort verbindet:

Soboka und die Schwedische Mission in Wolega

Soboka ist etwa acht Jahre alt als er in seinem Heimatort Nejo in Wolega, unweit der sudanesischen Grenze das erste Mal mit europäischen Missionaren in Berührung kommt. Sein Vater stirbt nach schwerer Krankheit, als seine Geschwister und er noch Kinder sind. Die Frau, die im Dorf als witchdoctor verehrt und gefürchtet ist, hat den Vater nicht retten können. Als nach dem Tod des Vaters eines der Kinder krank wird, wendet sich die Mutter abermals an die „Heilerin“ im Dorf. Sie verlangt einen höheren Preis als vorher. Das „Honorar“ von zwei Schafen sei viel zu niedrig gewesen. Deshalb sei ihr Ehemann gestorben. Angesichts eines so geringen Honorars habe sie als Heilerin nicht alle evil spirits vertreiben können. Jetzt sei es besser, mindestens fünf Schafe als Honorar zu zahlen. Es wird so vereinbart, aber das Kind stirbt. Sobokas Mutter ist verzweifelt, als ein weiteres Kind schwer erkrankt. Dieses Mal verlangt die „Heilerin“ die Herausgabe einer Milchkuh. Es ist die einzige Milchkuh, die der Familie geblieben ist. Das „Honorar“ wird vereinbart. Aber auch dieses Kind droht zu sterben. Da nimmt die Mutter von Soboka ihre übrigen Kinder und läuft mit dem kranken Kind im Arm zur Missionsstation der schwedischen Missionare. Das Kind wird hier behandelt – und überlebt. Darauf beschließt die Mutter, sich im christlichen Glauben unterweisen und danach taufen zu lassen. Soboka ist ein achtjähriger, aufgeweckter Junge. Er will unbedingt in die Schule gehen. Für den Unterricht in der Schule der Schwedischen Mission ist jedoch Schulgeld zu zahlen.

Sobokas Mutter ist arm. So arm, dass sie auch das geringe Schulgeld nicht bezahlen kann. Der achtjährige Soboka spricht mit dem Missionar, der auch an der Schule unterrichtet. Er sei bereit, statt des Schulgelds an jedem Wochenende im Garten der Missionsstation zu arbeiten. Doch der Missionar sagt, das sei nicht möglich. Außerdem gäbe es keinen freien Platz in der Klasse. Als das Kind enttäuscht weglaufen will, hält der Missionar es am Hemdärmel fest. Dabei zerreißt das Hemd. Aber danach das Kind darf zur Schule gehen. An jedem Wochenende arbeitet es im Garten der Missionsstation. (Fünfzig Jahre später begegnet Soboka auf einer Konferenz der Tochter dieses schwedischen Missionars. Er erzählt ihr, wie bedeutungsvoll ihr Vater für sein Leben gewesen ist. Und erzählt auch die Geschichte vom zerrissenen Hemd. Die kannte sie noch nicht. Wenige Wochen später bekommt Soboka ein Päckchen: ein feines neues Hemd aus Schweden! Das beste, das er jemals hatte…

Das Kind ist wissbegierig. Es lernt schnell. Und es lernt so gut, dass die Missionare es auf eine entfernt gelegene weiterführende Schule schicken. Dort lebt es im Internat, weil der tägliche Weg von der Schule nach Hause zu weit ist. Das Kind will so werden wie die schwedischen Missionare. Soboka bekommt ein Stipendium für das Theological Seminary der Mekane Yesus Kirche in der Hauptstadt.

Es ist die Zeit der kommunistischen Herrschaft in Äthiopien. Die führenden Männer in der Mekane Yesus Kirche werden erschossen. Die Gemeindepastoren verhaftet. Die Kirchengebäude konfisziert. Die Gemeinden lösen sich allmählich auf oder treffen sich unregelmäßig und heimlich. Das kommunistische DERG-Regime stößt auf erheblichen Widerstand bei den Kleinbauern, die nicht hinnehmen wollen, dass sie enteignet werden. Der Boden, den den sie von ihren Väter geerbt haben soll nun Teil großer Kolchosen werden. Das Regime stößt auf immer größeren Widerstand bei der Bevölkerung, die zu mehr als neunzig Prozent auf dem Land lebt. Hinzu kommt, dass die Menschen tief religiös und in ihren Traditionen beheimatet sind. Es kommt zum Bürgerkrieg. In den Provinzen Eritrea und Tigray beginnen die Kämpfe. Widerstandsgruppen der Oromo im Süden schließen sich der Opposition an.

In dieser Zeit machen vier Theologiestudenten am Theological Seminary der Mekane Yesus Kirche ihr Examen und werden als Pastoren ordiniert. Die Kirchenleitung kann ihnen nicht mehr als nur den Segen mit auf den Weg geben. Sie bekommen den Rat, dass jeder von ihnen in eine Himmelsrichtung gehen möge, um irgendwo dort auf Gemeinden oder einzelne Christen zu treffen, die sie aufnehmen und unterstützen. Soboka geht nach Osten. Im Stadtteil Kotobe gibt es ein noch nicht konfisziertes Grundstück der Kirche und einige verstreute und verängstigte Gemeindeglieder. Dort auf dem leeren Grundstück lässt er sich nieder – und betet. Jeden Tag. Viele Stunden. Er übernachtet im Theologischen Seminar im Stadtteil Mekanissa. Bis dorthin sind es mehr als zwanzig Kilometer.

Er ist einer von (nur noch) vier Theologiestudenten, die mitten im Bürgerkrieg ordniniert werden. Aber es gibt keine Gemeinde mehr, in die man sie schicken könnte. Sie werden statt dessen in alle vier Himmelsrichtung entsand, um irgendwie und irgendwo das Evangelium zu verkündigen. Jeden Tag macht sich der junge Pastor Soboka auf einen zwanzig Kilometer langen Fußweg in den Stadtteil Kotobe , um auf einem nicht weiter bebauten Grundstück, das der Kirche verblieben ist, zu beten. Allein. Nach einigen Tagen kommt ein junger Mann dazu, und betet mit ihm. Nach einigen Wochen bildet sich eine Gruppe von Menschen, die sich regelmäßig zum Gebet und zum Hören des Wortes Gottes hier treffen.

Als das kommunistische Regime vorbei ist, entsteht hier eine neue Gemeinde, die schnell wächst. Eine Kirche wird gebaut.
Nach ein paar Tagen kommt ein junger Mann zu ihm und fragt ihn, was er hier jeden Tag macht. Danach beten beide gemeinsam jeden Tag an diesem Ort. Allmählich kommen andere Menschen dazu. Mitglieder der Mekane Yesus Kirche. Und auch Mitglieder von Pfingstgemeinden. Die Pfingstgemeinden wurden vom DERG-Regime noch radikaler verfolgt als die orthodoxen und evangelisch-lutherischen Christen. Die Mitglieder der Pfingstgemeinden finden oft Zuflucht in den noch bestehenden lutherischen Gemeinden. Im weiteren Verlauf der Geschichte der evangelischen Kirchen in Äthiopien wird dies eine große Rollen spielen, da die Mekane Yesus Kirche von den pfingstlerisch-charismatischen Einflüssen aus dieser Zeit mit geprägt werden. Bis auf den heutigen Tag spielt dies eine große Rolle.

Auf dem Kirchengrundstück in Kotobe wächst allmählich eine kleine Gottesdienstgemeinde zusammen, die die schrecklichen letzten Monate des Bürgerkrieges überlebt und nach dem Ende des kommunistischen Regimes von neuem aufblüht – wie vielerorts im Land. Man beschließt, eine Kirche zu bauen. Eine richtige Kirche soll es sein. Kein Provisorium. Nein, aus Stein. Und sie soll groß sein, denn die Gemeinde wird bald schon zu einer großen Gemeinde herangewachsen sein. Von dieser Hoffnung ist man beseelt, und die Begeisterung kennt keine Grenzen.

Unter den Gemeindegliedern wird für das Fundament der Kirche gesammelt. Jeden Tag versammelt sich die Gemeinde unter freiem Himmel zum Gebet – für die Finanzierung des Kirchenfundaments. Schließlich hat man so viel Geld zusammen, dass man die Grube für das Fundament ausschachten und das Fundament gießen kann. Ein großer Augenblick! Von jetzt an versammelt sich die Gemeinde auf dem großen Fundament. Jeder hat vor Augen, wie die Kirche einmal sein wird: hier wird der Altar stehen. Hier die große Säule, die das Kirchendach tragen soll.

Da beschließt der Lutherische Weltbund sein jährliches Treffen in Äthiopien zu veranstalten, um die so lange verfolgte und jetzt wieder aufblühende Mekane Yesus Kirche zu ermutigen, zu unterstützen und mit ihr Gott zu danken und zu loben. So kommt es, dass eine Kirchendelegation aus der Hannoverschen Landeskirche in die Kirchengemeinde Kotobe geschickt wird, um selbst in Augenschein zu nehmen, wie sich Gemeinde nach der langen Verfolgungszeit neu sammelt und entwickelt. Gerne wird weitererzählt, was man von Augen- und Ohrenzeugen weiß: Der junge Pastor der Gemeinde.

Soboka erzählt den Delegierten aus dem fernen Europa, welche Hoffnungen und Pläne seine Gemeinde mit dem Bau einer großen Kirche verbindet. Jedes Gemeindeglied trägt die Kirche, die entstehen soll schon im Geist und im Herzen. Nur das Geld für die Materialisierung würde noch fehlen. Man müsste noch Jahrzehnte sammeln, wenn man mit dem Geld der eigenen Gemeindeglieder die Kirche bauen wollte. Da wäre Hilfe sehr willkommen. Der Leiter der hannoverschen Delegation, der später unter dem Namen „Vizemeyer“ in der Landeskirche Hannover zu Berühmtheit gelangte, antwortete, dass man selbst gerade etwas klamm sei. Da bekommt er einen Rippenstoß von seiner mitreisenden Ehefrau: „Walter, ihr habt doch Geld! Nun hilf doch mal!“ So jedenfalls soll es gewesen sein. Oder so ähnlich, weil Geschichten manchmal ein Eigenleben entwickeln.

Nur zwei oder drei Jahre später wird die Kirche – nicht zuletzt mit der finanziellen Hilfe aus Hannover – gebaut. Und sie wird so gebaut und feierlich eingeweiht – so wie die Gemeinde es sich schon immer vorgestellt hat.

Früh morgens brechen wir auf vom Gästehaus der Schwedischen Mission. Wir fahren mit zwei voll beladenen Toyoto-Bussen und dem alten Landrover der Kotobe-Kirchengemeinde. Tatsächlich schaffen es sogar die Kleinbusse bis zum „Church Hill“. Dort steht, umfrieded mit einer Feldstein Mauer und hohen Kakteen-Hecke die hundert Jahre alte, gras-gedeckte Lehmhütte von Sharek und Firowot, den beiden Schwestern, deren Vater hier zu Zeiten von Kaiser Haile Selassi Großgrundbesitzer war.

Hier steht seit einigen Jahren auch die kleine Kirche, die mit Unterstützung dänischer Sponsoren gebaut wurde. Auf dem Dach der Kirche haben wir Solar Panel installiert – das einzige Licht im Umkreis von zwanzig Kilometer. Hier haben wir erfolgreich nach Wasser gebohrt, um die Menschen in den Dörfern mit Trinkwasser zu versorgen. Hier haben wir einen kleinen Wald angefasst und mehrere tausend Baum-Setzlinge groß gezogen und an die Kleinbauern der Umgebung verteilt.

Und hier haben wir mit Hilfe von privaten Spendern aus Deutschland unser YERER YOUTH CAMP errichtet mit zwei festen Gebäuden (Küchengebäude mit Vorratsraum sowie ein Gebäude für mehrere Duschen und WC). Unter zwei Metall-Dächern werden unsere großen Zelte aufgebaut. Ein Mädchenzelt und ein Jungen-Zelt. Außerdem mehrere kleine Zelte. Rosi und Krischan schlagen ihr Zelt unter den Bäumen auf. Es sieht sehr romantisch aus.

Dann der erste Schreck und Ärger: Es gibt nun doch kein fließend Wasser aus dem Brunnen. Morgens bei unserer Abreise aus Addis wurde mir hoch und heilig versichert, dass die Wasserversorgung steht. Ich denke ernsthaft daran, unser Camp auf drei Tage zu reduzieren. Bin frustriert. Die Äthiopier vor Ort sind ratlos. Aus der Zisterne läuft doch das Wasser… Warum nicht in der Küche und in den Duschen? Jasper entdeckt es als erster: ein Zischen aus der Erde. Ein Leck in der Wasserleitung. Beim Bäume pflanzen wurde die Wasserleitung mehrfach beschädigt. Einfach mit dem Spaten durchgeschlagen. Mit dem Landrover müssen Ersatzteile für die beschädigte Wasserleitung geholt werden. Morgen vielleicht wird es Wasser geben.

Aus dem Reisetagebuch der Gruppe:

Das Abenteuer beginnt. Über viele Kilometer führt der Weg über eine dirt road bis zu einer Schule, die in scheinbar menschen-leerer Umgebung liegt. Ab hier geht es off road durch ein ausgetrocknetes Flussbett und über tiefe Schlaglöcher und Gesteinsbrocken. Das Auto hat keine Sicherheitsgurte und offenbar auch keine Federung. Im Rückspiegel sehen wir, dass vom Dach des anderen Kleinbusses Gepäckstücke herunter hängen. Wir halten an, um alles wieder zu verstauen. Im Camp angekommen laden wir das Gepäck und uns selbst aus und beginnen gleich mit dem Aufbau der Zelte. Vor der schnell einbrechenden Dunkelheit müssen die Zelte stehen!

Während dessen kümmert sich das Küchen-Team um unser Essen. Es stellt fest, dass es kein fließendes Wasser gibt! Nach einiger Zeit ist die Ursache gefunden: Beim Bäume pflanzen wurden nebenbei die Plastik- Wasserleitungen durchgeschlagen… Auch ein großes T-Stück ist beschädigt. Jemand muss zurück nach Addis und Ersatzteile kaufen… Morgen wird es hoffentlich fließendes Wasser aus dem Brunnen geben.

Gott sei Dank haben wir genügend Trinkwasser mitgebracht. Das Küchenteam mit Krischan hat Reis und Bohneneintopf zubereitet. Sehr lecker! Inzwischen hatten sich mehrere Kinder um uns versammelt. Sie wurden am Ende mit versorgt. Jetzt ist Siesta angesagt… Am späten Nachmittag wache ich auf. Die Luft ist kälter geworden. Einige spielen UNO. Dann Lagebesprechung. Der Ernte-Einsatz für morgen muss besprochen werden. Es stellt sich heraus, dass die Bauern gar nicht darüber informiert wurden, dass wir statt ihrer Kinder in der Ernte helfen wollen. Die Kinder sollen ja im Camp sein, um zu spielen… Nach langem Hin und Her wird entschieden, dass wir auf dem Feld von Firowot die Ernte mit einbringen.

Inzwischen ist es dunkel geworden. Wir sind alle zum Abendessen in der Old Hut von Firowot eingeladen. Es beginnt mit der üblichen Verspätung von etwa einer Stunde. Mir schmeckte das einheimische Injera. Und das am offenen Feuer gebratene Fleisch war perfekt. Von der Äthiopiern spricht kaum jemand Englisch! Aber die erwarteten Schwierigkeiten mit der gegenseitigen Verständigung wurden überbrückt mit Händen und Füssen – und mit den gesungenen Liedern. Zum ersten Mal hörte ich bewusst die amharische Sprache, als Dereji (wir nennen ihn nur „der Sänger“) sein Lied vortrug.

Ein wundervoller, das Innere durchdringender Gesang. Vorsänger und einstimmiger Chor der anderen, die das Vorgetragene aufnehmen. Ich bekomme eine Gänsehaut vom Zuhören. Erstaunlich, wie der Glaube verbindet. Der Sternenhimmel ist unfassbar schön. So klar und hell. Wir sehen Sterne, die es bei uns gar nicht gibt. Verblüffend. Wir sind sechs Ladies in einem Zelt. Es ist wie im Hühnerstall. Sogar der Geruch stimmt.

Die Ersatzteile sind da! Die Leitung wird repariert. Das Wasser fließt! Wunderbar! Das Solarmodul-Team Jonas, Krischan und Abigail installieren die Anlage auf dem Dach des Sanitary Building. Es werde Licht, und es ward Licht über vier WC und vier Duschen!

Am Nachmittag des Tages nach unserer Ankunft am Yerer besuchen wir mehrere Familien in den beiden Dörfern. Wir werden freundlich willkommen geheißen und zum buna duga eingeladen. Zur traditionellen äthiopischen Kaffeezeremonie. Darüber könnte man ein eigenes Kapitel schreiben. Jedenfalls ist es doch sehr anders als eine Einladung zu Kaffee und Kuchen bei uns!

Buna duga – die äthiopische Kaffeezeremonie

Zur Kaffeezeremonie muss der Gast vor allem Zeit mitbringen. Alles braucht seine Zeit: Die Scheite spalten für das das Brennholz, das Holt anzünden. Frische Gräser auf dem Boden auslegen. Weihrauch und anderes Räucherwerk anzünden.

Die frischen Kaffeebohnen auf ein Blech legen und über dem Feuer rösten. Allmählich verbreitet sich Kaffeeduft durch das ganze Haus. Den Gästen wird das Blech mit den frisch gerösteten Bohnen unter die Nase gehalten. Hmmm. Köstlich. Alle warten jetzt gut gelaunt und entspannt auf den ersten Schluck Kaffee. Buna duga – Kaffee trinken. Das heißt auch: Zeit haben für einander. Genau so wichtig wie das Trinken des Kaffee. Es werden jetzt die Kaffeebohnen in einem großen Holz-Mörser mit einem langen Holz-Stößel zu Pulver zerstampft und gemahlen..

Die mit Wasser und Kaffeepulver gefüllte Kaffeekanne aus Ton auf das Feuer gesetzt. Mehrfach wird Wasser abgegossen und von neuem in die Tonkanne gegossen. Abwarten. Die Zeit bewusst wahrnehmen. Die Menschen herum bewusst wahrnehmen. Den Kaffeeduft in sich aufnehmen und die Lungen damit füllen. Und dann wird der Kaffee – wir würden sagen_ Mokka – in kleine Tassen gefüllt und den Gästen gereicht. Heiss. Dazu Zucker. Viel Zucker. Schlürfend wird getrunken.

Dann geht eine Schüssel mit Popcorn herum. Man braucht zwei Hände zum Kaffeetrinken, heißt es: in der einen die Kaffeetasse in der anderen Popcorn. Es ist üblich, zwei Tassen Kaffee zu trinken. Das ehrt den Gastgeber. Aber drei Tassen Kaffee würden ihn vielleicht wegen der verbreiteten Armut in Schwierigkeiten bringen. Buna duga – den Kaffee mit anderen trinken – steht in der äthiopischen Tradition auch für: mit einander Frieden haben oder miteinander Frieden schließen. Auf keiner traditionellen Hochzeit darf versäumt werden, dass Braut und Bräutigam miteinander Kaffee trinken. Ebenso wenig darf die Butter fehlen. Manche geben in die Kaffeetasse ein kleines Stück Butter. Heißer, süßer buna mit Butter… In diesem Moment ist alles gut. Körper, Seele und Geist. Das ganze Leben.

An einem Vormittag der nächsten Tage besuchen wir in zwei Gruppen die umliegenden Dörfer. Wir begegnen freundlichen Menschen, die uns in ihr Haus einladen.

Aus dem Reisetagebuch der Gruppe

Wir waren überwältigt von der Lebensweise der Menschen. Wie sie alle in dem einen Raum der Rundhütte schlafen. In diesem Dorf ist uns erst so richtig bewusst geworden, dass die Menschen hier alles mit ihren Händen machen und dabei körperlich unglaublich hart arbeiten und viel leisten.Alle Einheimischen sind super freundlich zu uns und daran interessiert, was wir hier machen. Mit Hilfe unseres Übersetzers Endelew konnten wir uns gut verständigen.

In einem der Häuser durften wir junge Eltern mit ihrem neu geborenes Kind begrüßen. Die Rundhütte besteht traditionell aus einem einzigen großen Raum. Das „Zimmer“ für Mutter und Kind abgetrennt durch einen Vorhang. Umlaufend an der Innenwand etwas erhöht: Sitz- und Schlafmöglichkeiten. In der Mitte der große Pfahl, der die Dachkonstruktion trägt. Manchmal kleine Aufbewahrungs-“Schachteln“ aus Lehm, um kleinere Gegenstände aufzubewahren. Und ein Gefäß mit dem local beer. Aus der selbst geernteten Gerste gebraut.
Katzen, Hühner, Ziegenlämmer teilen sich zeitweise die Hütte mit den Menschen. Alle Bewegungen geschehen in großer Gelassenheit. Es bleibt Zeit zur „Anschauung“ des Fremden, das sich im Haus eingefunden hat. Kaffee wird zubereitet und den Gästen gereicht. Dazu kollo, Getreidekörner zum Naschen nebenbei.

Holz-Gerätschaften für die Ernte werden vorgeführt. Der Bienenkorb. Die grob gezimmerten Bettgestelle. Draußen im Hof stehen ein paar Kühe und ein Kälbchen. Dann finden sich alle Zusammen zum Foto. Eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter möchte ein Foto gemacht bekommen. Die Großmutter kommt hinzu. Ich denke an alte Gemälde, welche das neu geborene Jesuskind mit seiner Mutter Maria und Großmutter Anna zeigen. Beim Abschied zeigt uns der Bauer stolz die Bäume, die er von unserer Baumschule bekommen hat und die jetzt über drei Meter hoch gewachsen sind und das Gehöft begrenzen.

Jemand von uns stellt die Frage: Wo ist man wohl glücklicher: in Addis oder hier auf dem Land? Die Frage bleibt unbeantwortet. Nur das ist klar: in dem urbanen Moloch Addis möchte sich niemand von uns länger als nötig aufhalten.

Am Nachmittag dann buntes Treiben mit vielen Kinder aus den Dörfern. Das große Schwungtuch kommt zum Einsatz und immer wieder geht der Plums-Sack herum… Zum Abendessen finden sich mehr als dreißig Menschen ein. Etliche sehen wir das erste Mal . Sie kommen einfach dazu. Am Ende freuen sich die Kinder auf das „Reste-Essen“, das irgendwie immer noch möglich ist.

Uns fällt auf, dass die äthiopischen Frauen nicht ins Camp kommen. Schon gar nicht mit am gedeckten Tisch sitzen. Nur die Männer. Die Kinder sitzen etwas abseits.

Aus dem Reisetagebuch der Gruppe

„Ja, das stimmt: Kinderlachen ist das schönste Lachen! Und jetzt noch einmal alle zusammen: La-le-lu…. und Gute Nacht!“

Nachts ist es kalt in den Zelten. Trotz des großen Metalldaches über den Zelten sind die Außen-Zeltwände morgens feucht. Der Grashüpfer in der Flasche hat die Nacht überlebt und bewegt sich bei den ersten Sonnenstrahlen. Kurze Morgenandacht in der kleinen Kirche. Als biblische Texte stelle ich vor: Der Besuch der Königin von Saba bei König Salomo und die Geschichte vom äthiopischen Kämmerer, der sich von Philippus taufen lässt. Von ihm heißt es am Ende der Geschichte: „…und er zog seine Straße fröhlich.“
Unsere Jugendlichen singen aus vollem Herzen – und ganz wunderbar.

Silvester am Yerer Mountain

Morgens um neun stehen vier Pferde für uns bereit. Die Satteldecke bunt bestickt mit einem Löwenkopf. So wie es Tradition ist.

Auf vielfache Weise wird die Erinnerung daran wach gehalten,dass sich die äthiopisch-orthodoxe Kirche und das frühere Kaiserhaus – bis zu Kaiser Haile Selassie – in der Nachfolge König Davids, des „Löwen von Juda“ und König Salomos sieht. Die Legende erzählt die in der Bibel überlieferte Geschichte der Begegnung zwischen Salomon und der Königin von Saba weiter: ihr gemeinsamer Sohn Menelik soll von seinem Vater Salomon das zentrale Heiligtum des jüdischen Volkes die Bundeslade überreicht bekommen und später in die Heimat seiner Mutter verbracht haben. Dort – so die orthodoxe Kirche – sei sie noch heute. An einem nur wenigen Kirchenleuten bekannten Ort.

Rosi, Martina, Caro und Thies reiten und die anderen gehen zu Fuß zur Schule und zum Wochenmarkt in Rogge. Das dauert etwa eine Stunde. Soboka und ich fahren mit dem Landrover, auf den wir Geschenke für die Schule laden. Unterwegs sehen wir Menschen aus allen Himmelsrichtungen zum Markt strömen. Es entsteht das Bild, als kämen sie aus ihren Dörfern und Siedlungen sternförmig zu diesem einen Ort. Mit Getreide und Hülsenfrüchten schwer beladene Menschen und Esel. Neben sich treiben sie Schafe und Ziegen her, die auf dem Markt verkauft werden sollen.

Der Markt ist unter freiem Himmel aufgebaut. Es gibt auch schnell aufgebaute Buden und Verschläge. Vor allem für den Fleischverkauf und den Verkauf von local beer. Auf dem großen Vieh- und Getreidemarkt werden auch Textilien und Schuhe, Gewürze und Gemüse und Küchengeschirr feilgeboten. Die Menschen bewegen sich dicht gedrängt hin und her. Es ist ein großes, quirliges Geschehen, das manche ängstigt und andere magisch anzieht. Ohne Drängen und Gedrängt werden gibt es kein Durchkommen.

Vor einhundertfünfzig Jahren war dieser Ort noch ein Umschlagplatz für den Sklavenhandel. Die weiter südlich mit Gewalt aus ihren Dörfern gerissenen Menschen wurden hier für einige Tage den Bauern aus den umliegenden Dörfern als Arbeitskraft „ausgeliehen“. Vermutlich war es auch eine Gelegenheit, die ausgehungerten Menschen mit Nahrung zu versorgen. Dann wurden sie weiter getrieben bis an die Küste des Roten Meer. In den Ländern der arabischen Halbinsel fanden Sklaven aus dem Süden Äthiopiens reißenden Absatz.

Neben dem Wochenmarkt befindet sich eine bis zur zehnten Klasse weiterführende Schule. Durch Spenden aus Deutschland konnten wir der Schulleitung Schulbücher und anderes Schulmaterial überreichen. Einer der älteren Schüler hatte mich vor einem Jahr gebeten, bei meinem nächsten Besuch Fußbälle, Fußballschuhe und Trikots für seinen Fußballclub mitzubringen, der vor allem aus Schülern dieser Schule besteht.

Die einzelnen aus der Mannschaft versorgen sich mit passendem Schuhwerk und Textilien. Mächtig stolz stellen sie sich zum Gruppenfoto auf – und los geht das Fußballspiel gegen die internationale Auswahl aus Hannover und Kotobe. Chantal ist eine großartige Schiedsrichterin. Mit Trillerpfeife sorgt sie für Ordnung im Spiel und bestimmt nach Augenschein, wann der Ball im Aus ist. Das ist nicht so einfach, denn Linien hat das Fußballfeld nicht. Die Tore bestehen aus drei Meter hohen Stangen. Der Torwart ist selten allein im Tor. Es gesellen sich viele begeisterte Zuschauer zu ihm.

Das Spielfeld ist für einige Schafe und Esel eine gesuchte Möglichkeit, zu entkommen. Da kann es passieren, dass der Ball am Kopf eines Esel abprallt und in eine nicht vorgesehene Richtung gerät. Die Menge der Zuschauer, die das Spiel fasziniert verfolgt, muss immer wieder von selbst ernannten Ordnungskräften mit Holzstöcken zurück gedrängt werden, wenn das Spielfeld für die Spieler zu eng wird. Das ganze wunderbare Geschehen findet vor tief blauem Himmel mit großen weißen Wolken statt. Darunter die zweiundzwanzig Spieler in ihren neuen rot-weißen Trikots mit der Aufschrift: Evangelische Jugend Hannover…

Aus dem Reisetagebuch der Gruppe

Die deutsche Mauer in der Abwehr stand. Trotz der dünnen Luft und in der Mittagshitze schlugen wir uns gut. Eine große Hilfe waren dabei auch die Kühe und Esel, die sich auf dem Spielfeld hin und her bewegten und einige Bälle von unserem Tor abhielten.

In einem der Klassenräume steht dann Essen für uns bereit: eine riesige Menge Spagetti mit verschwindend wenig Tomatensauce. Dazu Coca Cola mit amharischer Aufschrift. (Ein deutscher Missionar sagte mal zu mir: „Wo Coca Cola schon ist, muss die Mission erst mal hinkommen…“).

Der Anblick der vielen, immer wieder geschlagenen Esel rührt einige von uns zu Tränen. Sie wollen unbedingt einen Esel kaufen und zum Yerer mitnehmen. Es stellt sich aber heraus, dass Schafe und Ziegen und Kühe zwar zum Verkauf anstehen – aber Esel nicht. Die werden alle von ihren Besitzern zum Transport gebraucht.

Nach dem Mittagessen besuchen Chantal und Paula noch eine Klasse. Sie beantworten Fragen der Schülerinnen und Schüler und erzählen etwas von Deutschland. Nach der Rückkehr ins Camp nehmen viele erstmal eine (kalte) Dusche zur Erfrischung.

Neujahrsnacht

Es ist zwei Uhr morgens. In Deutschland ist jetzt Mitternacht. Wir sind alle aus unseren Schlafsäcken gekrochen und haben uns im Kreis aufgestellt, Wunderkerzen angezündet und das neue Jahr begrüßt. Der Sternenhimmel ist ganz klar. Der Orion leuchtet, und tief am nördlichen Himmel liegt (auf den Kopf gestellt) der große Wagen.

Nach kurzem Wieder-Einkuscheln in den Schlafsack trifft sich drei Stunden später noch vor Sonnenaufgang die Gruppe deutscher und äthiopischer Jugendlicher gemeinsam mit Kanarisch zum Aufstieg auf den Yerer-Hausberg. Es ist ein kräftezehrender Aufstieg. Aber ein grandioser Ausblick vom Gipfel. Gegen Mittag sind alle erschöpft, aber wohlbehalten vom Aufstieg zurück.

Aus dem Reisetagebuch der Gruppe

Der Aufstieg war schwer. Viele Steinbrocken im Weg. In der ersten Stunde war es noch dunkel. Dann der Sonnenaufgang. So ein schöner Anblick. Auf unserem Weg durch die Dörfer am Fuße des Yerer haben uns immer wieder Hunde angebellt. Allmählich wurde es warm. Und steil. Endlich auf dem Gipfel angekommen. Was für ein herrlicher, weiter Blick über die Felder und Dörfer…

Am Nachmittag feiern wir den Geburtstag von Jasper mit Geburtstagslied und Konfetti. Martina schenkt ihm einen kleinen Bronzeengel. Wir beschließen den Tag in der alten, gras-gedeckten Lehm-Hütte, die hier einmal ganz alleine stand. Firowot hat Kaffee über dem offenen Holzfeuer für uns gekocht. Wir singen äthiopische und deutsche Lieder. Soboka erzählt ein äthiopisches Märchen über die Eitelkeit:

Der eitle Löwe

Es ist bekannt, dass der Löwe der König aller Tiere ist. Und dass die großen Affen (monky) und die kleinen Affen (apes) sich nicht miteinander vertragen. Es war einmal, dass ein ape dem König der Tiere über den Weg lief. Er erschrak zu Tode. Fasste sich aber doch schnell. Um dem Löwen zu schmeicheln, sagte er zu ihm: „Lieber Herr Löwe, jeder weiß und ehrt dich als König von uns allen. Aber warum gehst du dann barfuß? Das ist doch für einen Herrscher nicht angemessen!“ – „Jetzt, wo du es sagst, fällt es mir auch auf,“ antwortete der Löwe. „Deshalb sollst du mir flugs ein Paar ordentlicher Schuhe machen! An die Arbeit!“ – Der ape verschwand schnell auf einem hohen Baum. Sein Herz pochte. Er war gerade noch einmal dem sicheren Tod entronnen. Aber wie sollte er es fertig bekommen, dem Löwen ein Paar Schuhe anzufertigen? Es war eine so verrückte Idee gewesen, die ihm da spontan in den Kopf gekommen war! Da hatte er eine Idee.

Er ging zurück zum Löwen und sagte. „König der Tiere, ich habe kein Leder, um dir ein Paar Schuhe zu machen!“ Da sah der Löwe einen monkey im Gebüsch. Mit einem großen Satz sprang er in das Gebüsch und tötete den monkey. „Hier hast du genug Leder für meine Schuhe! Und nun flugs an die Arbeit!“

Wieder war der ape zu Tode erschrocken, als der Löwe den monkey so ohne weiteres getötet hatte. Ihm würde es bald genau so ergehen. Er musste schlau sein, um sein Leben zu retten.

Jeden Tag fragte der Löwe, ob seine Schuhe noch nicht fertig seien. Der ape erklärte dem Löwen, dass es doch ganz besondere Schuhe werden müssten. Das würde Zeit brauchen. Das Fell des monkey müsse gegerbt und gewalkt, genässt und wieder gewalkt und getrocknet werden. Und der Zuschnitt müsse perfekt sein. Die Schuhe sollten schließlich passen und nirgendwo drücken. Das leuchtete dem Löwen ein.

Endlich aber war sehr viel Zeit verstrichen. Der Löwe würde mit immer weiteren Erklärungen nicht zufrieden sein. Und in seinem Ärger würde er den ape bestimmt töten. Da sagte der ape: „König aller Tiere! Du bist groß und sehr mächtig! Aber ich habe unten am Fluss einen genau so großen und mächtigen Löwen gesehen…“ – „Das kann nicht sein!“, antwortete der Löwe. „Zeig mir diesen anderen Löwen!“

Da führte der ape den König der Tiere zum Fluss. „König aller Tiere, du musst tiefer ins Wasser des Flusses gehen, denn dort holt sich der andere Löwe für gewöhnlich auf. Und wenn du ganz still bist, dann wirst du ihn im Wasser deutlich sehen können.“ – Gesagt, getan. Da stand der Löwe ganz still im tiefen Wasser des Flusses und wartete auf seinen Rivalen. Er würde mit ihm kämpfen und ihn besiegen. Und tatsächlich: da ist der Rivale! Mit einem großen Satz springt er ihn an, um ihn zu zerreißen. Aber da wird er in die reißenden Fluten des Flusses getrieben und kann sich nicht mehr retten.

Zwischen-Rückblick

Zum Abschluss erzählen wir einander, was wir in der Begegnung mit den den jeweils Anderen, Fremden als besonders ungewöhnlich erlebt haben. Von äthiopischer Seite wurde die Bereitschaft und Mühe genannt, dass wir als foreignjies an diesen fernen, abgelegenen Ort gekommen sind, um mit ihnen eine Freizeit für die Kinder aus den Dörfern durchzuführen. Und dass wir alles so genau durchdacht und geplant haben. Dass wir verlässlich sind und auch nach langer Zeit das gesteckte gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren. Dass Jungen und Mädchen offensichtlich die gleichen Rechte und Pflichten haben. Und dass wir so offen und herzlich mit den Kindern hier spielen.

Von deutscher Seite wurde die Freundlichkeit der Gastgeber herausgestrichen. Die gelebte Gastfreundschaft. Dass es offenbar eher darauf ankommt, die Gefühle des anderen zu erspüren und darauf einzugehen als zu einem gesteckten Ziel und Ergebnis zu kommen. So sei z. B. bei der Bergbesteigung immer im richtigen Augenblick jemand von den Äthiopier da gewesen, um zu fragen, ob die Kräfte noch reichen oder einfach nur ein freundliches Wort zu sagen.

Wir beschließen den Tag mit dem Abendlied Der Mond ist aufgegangen, mit einem Gebet, dem in in der jeweiligen Muttersprache gesprochenen Vaterunser und dem Segen. Am Ende dieses ersten Tages im neuen Jahr gehe ich glücklich und dankbar in mein Bett: zwei zusammen gestellte Kirchenbänke, darauf eine Matratze, Schlafsack…

Wie jeden Morgen beginnen wir den Tag mit einer kurzen Andacht in der Kirche. Einige von uns bereiten in der Zeit das Frühstück vor. Heute, am zweiten Tag des neuen Jahres gibt es ein besonderes Frühstück. Es ist der zehnte Geburtstag von Thies! Für ihn sicherlich unvergesslich. Rosi hat eine zehnstöckige Geburtstagstorte gebacken: Pfannkuchen übereinander gelegt mit Marmelade dazwischen. Thies wird von uns mit Konfetti eingedeckt. Zehn Kerzen stehen bereit zum Ausblasen. Wir singen „Wie schön, dass du geboren bist…“ Und Martina schenkt auch Thies einen kleinen Bronzeengel. Ich überreiche ihm ein Geschenk von Fee Marie: ein Fotobuch mit Bildern aus seinem bisherigen Leben. Thies ist darüber begeistert. Immer wieder zeigt er den anderen Bilder und erzählt ihnen dazu seine Erlebnisse.

Ernte-Einsatz

Nach dem Frühstück geht das „Ernte-Team“ – die Hälfte der deutschen und äthiopischen Jugendlichen – aufs Feld, um beim Ernten von Weizen mit zu helfen. Die Garben werden zu großen Haufen aufgeschichtet. Das ist in der Hitze mühsam. Gestern haben sich unsere Jugendlichen blutige Hände und Arme zugezogen. Hautverletzungen durch die Halme. Dieses Mal haben sie langärmelige Hemden und Handschuhe angezogen. Das hilft.

Spiele mit den Kindern

Nach dem Mittagessen sind plötzlich etwa siebzig Kinder aus den Dörfern im Camp! Den ganzen Nachmittag ist ein buntes Treiben im Camp. Begeistert spielen die Kinder mit dem großen Schwungtuch, „Der Plums-Sack geht rum“ und andere Kinderspiele.

Zwei Fußball-Mannschaften werden mit den aus Deutschland mitgebrachten Trikots versorgt. Die Trikots tragen hinten die Aufschrift: TSV Bienenbüttel. Und vorne: „Wenn es um die Wurst geht – Schlachterei Graefke“ . Mein alter Klassenkamerad Heiner Graefke hat die Trikots gesponsert. Es kommt zu einem heißen Fußballmatch. Ich muss die Fotos unbedingt in meinem Heimatdorf Bienenbüttel herumzeigen…

Gottesdienst am Neujahrstag

Sonntag Morgen. Immer mehr Menschen kommen in die Kirche. Wir feiern gemeinsam Gottesdienst. Es werden äthiopische Lieder gesungen und Gebete gesprochen. Außerdem gibt es einen ein Sologesang auf Oromo mit Gitarrenbegleitung. Und ein Kinderchor tritt auf. Die Kinder sind in traditioneller Tracht gekleidet. Sie singen mit Inbrunst. Und schön laut.

Wir singen auf deutsch das Lied: Da berühren sich Himmel und Erde…, wo es in der zweiten Strophe heißt: Wo Menschen sich beschenken, die Liebe bedenken und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.“. Und später zum Abendmahl: Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht und das Wort, das wir sprechen als Lied erklingt, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut…

Das Evangelium wird auf Deutsch und Oromo gelesen: „Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in Finsternis bleibe. (Johannes-Evangelium, Kapitel 12)“. Auf das Glaubensbekenntnis sprechen wir gemeinsam in unserer jeweiligen Muttersprache. Soboka hatte mich gebeten, das Abendmahl auszuteilen. Aber wie sollte das geschehen, wenn ich doch kein Oromo spreche? Ich bitte um Hilfe, damit ich die Einsetzungsworte einigermaßen richtig ausspreche und betone.

Die Abendmahlsfeier beginnt mit dem Lobgesang der Gemeinde: Waquayo isini woju hatou… Dann spreche ich die Einsetzungsworte: Gooftan Kenya Yesus Kristos halkan itti quabame sanatii buddhena fudate galateeffatee, tschabsees bartootasaaf… (In der Nacht als Jesus Christus verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab es ihnen…). Die Predigt halte ich auf Englisch über Psalm 36, 6-10: „Herr deine Güte reicht so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen… Denn bei dir ist die Quelle des Lebens und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“ Sie wird in kurzen Abschnitten ins Oromo übersetzt.

Wie üblich dauert der Gottesdienst lange. Fast drei Stunden. Für unsere deutschen Jugendliche eine echte Geduldsprobe. Ich selbst fand diesen Gottesdienst sehr schön und bewegend.

Bau einer Feldsteinmauer

Am nächsten Tag arbeiten wir mit äthiopischen und deutschen Freiwilligen an einer Feldstein-Mauer, die das Grundstück begrenzen soll, das Soboka und ich von den beiden Schwestern Shaka und Firowot geschenkt bekommen haben. Sie sind in der alten Hütte geboren. Dahinter befindet sich unser Grundstück. Eintausend und fünfhundert Quadratmeter. Hier wollen wir mit modernem Baumaterial zwei Rundhütten im traditionellen Stil bauen. Eine Hütte für meinen Freund Soboka und eine für mich. Die beiden Hütten können vermietet werden, wenn wir uns nicht am Yerer aufhalten. Eine Einnahmequelle für die Kirchengemeinde! Der Vater der beiden Schwestern hatte der Kirchengemeinde Kotobe ein größeres Stück Land vermacht. Darauf steht heute die kleine Steinkirche und neben ihr die Gebäude des Yerer Youth Camp.

Wir arbeiten mit bis zu fünfzehn Menschen an der Feldsteinmauer. Die Feldsteine werden von den umliegenden Feldern aufgesammelt. Es ist eine harte Arbeit. Aber nach zwei Tagen ist der größte Teil des Grundstücks mit einer Feldsteinmauer umgeben. An ihrer Außenseite sollen Kakteen gepflanzt, sodass das Grundstück mit der Zeit von einer Kakteen-Hecke geschützt ist – so wie schon die hundert Jahre alte Hütte nebenan.

Zwischendurch mache ich gemeinsam mit den Menschen, die hier auf dem Kirchen-Grundstück wohnen einen Gang durch das Wäldchen, das im Rahmen des Wiederaufforstungs-Projektes hier angelegt wurde.
Die Bäume sind im Laufe der letzten sieben Jahre bis zu fünf Meter hoch gewachsen. Aber viele von ihnen sind zu dicht neben einander gepflanzt worden. Sie nehmen sich gegenseitig Licht und Raum zum Wachsen. Es dauert eine Weile, bis wir gemeinsam überlegt und entscheiden haben, auf welche Weise wir das Wäldchen durchforsten wollen. Und dann machen wir uns an die Arbeit. Jetzt haben die Bäume Platz und Licht zum Wachsen!

Der Tag der Abreise vom Derer beginnt mit Geburtstags-Glückwünschen für Martina. Sie hat sich gewünscht, in der Morgenandacht ihren Lieblingspsalm 103 zu hören. Anschließend gibt es ein opulentes Frühstück mit Rührei, Brei und frischem Brot aus Addis.

Aus dem Reisetagebuch der Gruppe

Es fiel uns allen schwer, die Zelte abzubrechen, denn es bedeutete den Abschied von den Menschen hier am Yerer, den Tieren und besonders den Kindern. Auch von der Stille. Es begann das große Aufräumen und Putzen. Die Frage: was bleibt hier für zukünftige Zeltlager. Die Zelte, Schlafsäcke, Isomatten und anderes mehr bringen wir in der Küche unter. Dann das letzte Mal Kaffee trinken in der alten Hütte. Wir überreichen einen großen Koffer mit Schuhen, Kleidung und anderen nützlichen Sachen an Pastor Soboka. Die Sachen sollen an die Bewohner hier vor Ort verteilt werden – aber erst, wenn wir abgefahren sind.

Wir warten auf die Ankunft der beiden Kleinbusse und des Landrover. Sie sollen uns nach Addis zurückbringen. Es war eine gute und segensreiche Zeit hier am Yerer. Manche der Jugendlichen weinen beim Abschiednehmen von den Menschen hier am Yerer. Besonders rührt der Abschied von den Kindern an. Und dann fahren wir ab. Nun kennen wir den Weg und die dirt road und die Schlaglöcher können uns nicht mehr schrecken.

Adieu Yerer…

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